Wanderbericht - Naturfreunde Zürich

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Wanderbericht

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Wander- und Erlebniswoche in Imst (Tirol) 5. Juni bis 12. Juni 2017
 
Aufzeichnungen durch Fritz Frehner, Herbert und Marianne Wirth
 
 

Am Pfingstmontagmorgen 5. Juni fahren wir, einundzwanzig Naturfreunde-Senioren der Sektion Zürich mit dem Schnellzug nach Sargans und mit einem Car weiter nach Imst im Tirol. Gegen halb eins treffen wir in Imst ein und beziehen unsere schönen Zimmer im Hotel Hirschen. Anschliessend machen wir uns auf zu einer etwa zweistündigen Wanderung an den Starkenbergersee und zur gleichnamigen Brauerei. Ein feines Nachtessen rundet den ersten Tag ab.

Dienstag 6. Juni
Der Chef des Hotels teilt uns die Wanderung für den heutigen Tag mit: wir werden im oberen Teil von Imst (Gunglgrün) die prächtige Wallfahrtskirche Maria Schnee besichtigen. Danach wandern wir nach Hoch Imst und zurück zum Hotel. Um viertel nach neun starten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung Gunglgrün. Der Anschlussbus fährt uns vor der Nase weg, so dass wir zu einem unfreiwilligen Aufenthalt von einer Stunde kommen. So können wir noch eine kleine Stadtführung zu Fuss geniessen. Mit über vierzig Brunnen (Trinkwasser) wird Imst auch die Stadt der Brunnen genannt; viele sind Heiligen gewidmet, welche als Statuen über den Brunnen thronen.
Leider verpassen wir die Wallfahrtskirche; die Wanderleiterin des Hotels entschädigt uns dafür später mit Erklärungen zu andern Kirchen. Von Gunglgrün wandern wir durch wunderschöne Wälder nach Hochimst. Am Anfang verschwindet ein Eichhörnchen um die Ecke. Ob es alle gesehen haben? Einige Rinder weiden im lichten Wald.
Lustige Zwischenhalte gibt es durch geschlossene Viehgatter, welche wir auf irgend eine Art und Weise übersteigen müssen. Zum Glück gibt es gute Helfer. Kurz vor Hoch Imst besucht ein Teil der Gruppe die Blaue Grotte. Um die Mittagszeit umwandern wir einen kleinen grünen See.  In Hoch Imst ist es fast menschenleer, da die Sommersaison noch nicht begonnen hat. Alle Restaurants sind geschlossen. Ein guter Geist weiss dies und hat seinen Kiosk extra geöffnet und uns seinen Garten zur Rast zur Verfügung gestellt. Nach einer längeren Pause wandern wir durch einen steilen Waldweg hinunter nach Imst. Wie froh bin ich um meine Stöcke.
Der Abstieg führt uns am Wetterkreuz vorbei, das am Sonnenwendfest (21. Juni) mit Laternen beleuchtet wird. Hier geniessen wir die Aussicht auf Imst.
Zurück im Hotel besuchen neun Teilnehmer noch eine einstündige Führung im Fasnachts-museum. Imst ist seit Jahrhunderten eine Hochburg der Fasnacht, welche nur alle 4 Jahre stattfindet (alternierend wird alle zwei Jahre die sogenannte Buabefasnacht gefeiert). Traditionelle Figuren wie verschiedene Scheller, Roller, Spritzer, Kaminfeger sind typische Fasnachtsgestalten. An der Fasnacht dürfen nur Männer teilnehmen, den Frauen ist das Gestalten der Kostüme vorbehalten. Im Museum kann man Modelle der verschiedenen Fasnachtswagen bestaunen, auch wird der Werdegang einer Larve gezeigt, wer will kann sich eine Larve aufsetzen und sich im Spiegel bewundern. Auch für Nichtfasnächtler ist der Museumsbesuch spannend und lehrreich.

Mittwoch 7. Juni
Wanderung ins Piller Hochmoor
 
Ins Piller Hochmoor fährt jetzt noch kein Bus. Deshalb bringt uns, ein vom Hotel organisierter Privatbus, durch das Pitztal an den Start. Grösstenteils wandern wir auf Holzstegen, da wir sonst im Moor einsinken würden. Bruni, unsere Wanderleiterin spart nicht mit Rastgelegenheiten. Wir sind schliesslich Spaziergänger. Wir kommen zu einem kleineren Aussichtsturm. Ein Teil der Gruppe besteigt diesen, es sind ja nur 48 Stufen. Wir geniessen einen prächtigen Ausblick auf das gesamte Hochmoor. Unser Ziel ist das Naturparkhaus Gachenblick. Dort verpflegen wir uns: es gibt unter anderem verschiedene Suppeneintöpfe. Meiner enthält Kartoffeln und viel Gemüse. Bei der Rückfahrt gibt es einen Zwischenhalt bei der Benni-Raich Fussgänger-Hängebrücke. Diese schwankt ein wenig, weil sich so viele Wanderer gleichzeitig auf ihr bewegen. Mit 406 Metern Länge spannt die „highline179“ 114 Meter über dem Talboden.
Am Abend gibt’s Musik und Tanz.

Donnerstag, 8. Juni
Heute dürfen wir nicht "verschlafen", denn Punkt 07:30 fährt uns der Bus zum Hahntennjoch auf 1864 m ü. M. zur Gemsenbeobachtung. Zu diesem Zwecke hat der Hotelier ein Fernrohr mitgenommen. Weil es hier oben so kalt ist, werden uns ein feiner Jägertee sowie Fleisch- und Käsebrötchen angeboten. Das offizielle Frühstück gibt es dann im Hotel um halb zehn.
Um halb zwölf fährt uns der Bus nochmals nach Hoch Imst von wo aus wir mit einem sehr langen Sessellift hochfahren. Von der Mittelstation Untermarkteralm 1491 m ü. M. führt ein Weg zur Latschenhütte. Dieses Restaurant ist bekannt für einen sehr guten Hüttenschmarrn, den ich auch sichtlich geniesse.
Bei der Rückkehr benützen drei Wagemutige die Rodelbahn. Diese wird hier Alpine Coaster genannt, ist die längste Alpen-Achterbahn der Welt, teilweise bis zu sechs Metern über dem Boden und 3.5 km lang. Die übrigen benutzen wieder den Sessellift und wandern zurück nach Imst, während ich mit einigen andern den Ortsbus benütze.

 
Freitag, 9. Juni
Heute fahren wir per Ortsbus an den idyllisch gelegenen Fernsteinsee. Laut Wegweiser könnte man diesen in 40 Minuten umwandern. Wir machen jedoch einen Abstecher und anschliessend eine längere Rast, so dass wir dafür ca. eine Stunde benötigen. Wunderschön blühende Wiesen laden zum Pflanzen kennenlernen und Fotografieren ein. Wir haben einige Wanderteilnehmer, welche sich sehr gut in der Pflanzenwelt auskennen. Anschliessend spazieren wir durch einen Wald zum Dorf Nassereith. Unterwegs werden wir von zwei Rindern begleitet. In Nassereith angelangt, kehren wir im Restaurant Seebua ein. Um 15:10 bringt uns der Ortsbus zurück nach Imst.
Am Abend um 18:00 verschieben wir uns um etwa einen Kilometer zum Bauernhof der Hoteliersfamilie. Friedlich gackernde Freilandhühner empfangen uns. Jetzt geniessen wir die Frühstücksomeletten erst recht. Der Hof ist ca. 7 ha gross, man betreibt Vieh- und Schweinewirtschaft. Angesagt ist ein gemütlicher Tiroler Abend. Es gibt Salat im Glastöpfchen, ein feines Hirschragout mit Rotkraut und Spätzle, sowie ein wunderbarer Eiskaffee zum Dessert. Ein Alleinunterhalter macht stimmige Musik. Die Volkstanzgruppe Schuhplattler führt verschiedene Tänze auf, die im Holzhackertanz und im Nachtwächtertanz gipfeln. Zwischendurch animiert die Tanzgruppe die Gäste zum Mittanzen. Der Traktor mit Anhänger bringt uns gegen 22:00 Uhr zurück ins Hotel.

Samstag 10. Juni
Heute wandern wir in 2 Gruppen. Bruni, die Wanderleiterin des Hotels führt die Wagemutigen über die Rosengartenschlucht hinauf nach Hoch Imst. Gabi führt uns weniger Starke von Hoch Imst zum Restaurant Linsenhof. Abmarsch um 10:00 Uhr, laut Wegweiser eine Stunde. Gabi sagt uns voraus, dass wir zwei Stunden benötigen würden. Ein breiter Waldweg geht teils etwas hinauf, dann wieder hinunter. Ein Teil des Weges ist gesperrt. An einer Stelle müssen wir unter einem Weidezaun durchschlüpfen: Gabi hält mit dem Wanderstock den Draht hoch, so dass dieses Hindernis gut überwunden werden kann. Endlich kommen wir zu einer Abzweigung. Hier steht Linsenhof 1200m. Nochmals geht es aufwärts und wir kommen zum Hotel Belmont. Hoffentlich ist es dieses, denke ich. Wir müssen weiter. Um 12:15 kommen wir zum Restaurant; doch eine junge Dame begrüsst uns mit der Bemerkung, dass dieses geschlossen sei. Wir gehen zurück zum Hotel Belmont, wo wir eine Zwischenverpflegung konsumieren. Nach kurzer Zeit gesellt sich auch die Rosengartenschlucht-Gruppe zu uns.

Sonntag 11. Juni
Um 10:50 fahren wir mit dem Ortsbus nach Dolligen. Wir gehen hinunter zum Wald, denn heute ist es heiss. Rechts von uns eingezäunt weiden ein Pferd und ein Pony. Wir wandern auf einer breiten Waldstrasse und gehen links, denn rechts überholen uns viele Velos. Rechts unten liegt eine Kneippstelle.Welch ein Genuss! Hier können wir unsere Füsse abkühlen. Zweihundert Meter weiter kommt ein kleines Restaurant, wo wir unseren Durst und Hunger stillen können. Anschliessend noch eine Wanderung von einer knappen Stunde und wir befinden uns wieder in unserem Hotel.

Eine sonnenreiche Ferienwoche mit vielen Erlebnissen ist nun zu Ende. Wir sind glücklich, dass Alle gesund heimkehren können und stossen darauf mit einem Apéro an.
Vielen Dank an Gabi und an Karl Heinz für die gute Organisation.

 
 
                                               
Aktualisiert am: 17.9.2017
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